Freitag, 22. August 2014

7.3.3. Die Schwarmverhinderung

aus: Heinz Lorenz "Die Magazinbetriebsweise der Weltimkerei" ........................... Isny / 1981 

Bruder Adam schreibt: „Es gibt wirklich nur eine sichere Schwarmverhinderung, nämlich die Wegnahme der Königin, sobald sich Schwarmanzeichen in einem Volk bemerkbar machen."

Findet man in einem Volk bestiftete Schwarmzellen und will man nicht auf den Auszug des Schwarmes warten, muss sofort etwas Durchgreifendes unternommen werden.

www.langstroth.info ---------------------------------------------- Josef Meinhardt / Berlin - 2011.04.12

 

7.3.3.1. Der weisellose Flugling

aus: Heinz Lorenz "Die Magazinbetriebsweise der Weltimkerei" ........................... Isny / 1981

Die Zargen des Schwarmvolkes werden beiseite gestellt, das Bodenbrett verbleibt am alten, den Bienen vertrauten Patz. Eine bereitgestellte Zarge mit zwei ausgebauten Waben in der Mitte sowie 6 Mittelwänden und 2 Deck- oder Futterwaben kommt auf das Bodenbrett. Aus dem Schwarmvolk werden ein bis zwei Brutwaben mit offener Brut entnommen und anstelle der zwei ausgebauten Waben in die Mitte der bereitgestellten Zarge gehängt. Das Schwarmvolk erhält dafür die beiden ausgebauten Waben. Der Honigraum wird dem weisellosen Flugling aufgesetzt.

Das nun „kahlgeflogene" Brutnest des verstellten Volkes oder des Zwischenablegers verliert mit den Flugbienen seine Schwarmlust und die zurückgebliebenen Stockbienen beissen die Schwarmzellen aus. Der weisellose Flugling, d. h. der am alten Platz verbliebene und durch Zuflug verstärkte Volksteil, setzt auf der ihm gegebenen Brut Nachschaffungszellen an. Um den Schwarmtrieb ganz abzubauen und zu verhindern, dass er schwärmt, ist es meistens notwendig, diese nach 7-9 Tagen zu entfernen. Man gibt ihm dann nochmals eine Wabe mit offener Brut aus einem vermehrungswürdigen Volk und entfernt nach einer Woche die auch hier angesetzten Weiselzellen bis auf eine.

Man kann dem Flugling aber auch sofort 3 belarvte Weiselbecher geben. Nur eine der daraus gezogenen Zellen belässt man. Nach 3 Wochen wird man eine junge, begattete Königin in diesem „Zellenflugling" haben.

Dieses Verfahren funktioniert nur dann, wenn man es am Vormittag, spätestens am frühen Nachmittag durchführt, damit bis zum Abend noch genügend Zeit für das Abfliegen der Flugbienen bleibt. 

Will man später rückvereinigen, ist es zweckmässig, das Schwarmvolk nicht zu verstellen, sondern über ein Streckmetallgitter dem Flugling aufzusetzen, wodurch beide Volksteile den gleichen Stockgeruch behalten. Der Zwischenableger muss nötigenfalls mit einer Futterwabe versehen oder über dem Innendeckel gefüttert werden. Selbstverständlich muss für den Zwischenableger das Zargenbohrloch geöffnet werden. So kann man mit der Schwarmverhinderung die Königinerneuerung verbinden. Auch dieses Verfahren lässt sich zur Durchführung einer Zucht benutzen. (Siehe auch unter 7.3.2.2. Der Brutflugling)

www.langstroth.info ---------------------------------------------- Josef Meinhardt / Berlin - 2011.04.12